Waldkindergarten selbst gemacht

Die Palettenlounge war im Winterschlaf. Aber seit ein paar Wochen haben wir sie wieder rausgestellt und genießen die ersten Sonnenstrahlen dort.

Trotzdem hat sich in den letzten Monaten etwas ergeben, dass ich euch erzählen will.

Emil geht nun seit 1,5 Jahren in den Waldkindergarten. Wir sind damit super glücklich. Für uns als Eltern passt es, für unseren Sohn passt es auch.


Emil lernt viel über den Wald, über die Tiere, die dort leben und vor allem über den Umgang mit der Natur. Die Kinder sammeln auf ihren Wanderungen Müll ein, schützen die Lebensräume der Waldbewohner und sind vor allem den ganzen Tag an der Luft – bei Schnee, bei Regen, egal ob heiß oder kalt. Die Kinder werkeln viel, buddeln Löcher und spielen mit dem, das eben da ist. Vor allem natürlich Stöcke, Hackschnitzel und abgesägte Baumstämmen.
Die Sammlung an wichtigen Stöcken, die irgendeine Funktion haben, wird immer größer. Die Lehmblumen, die freudestrahlend mit nach Hause gebracht werden, landen in einer Vase und das Moos, das samt Wurzelwerk irgendwo in den Garten gepflanzt werden muss (als wäre die Wiese nicht eh schon eher eine Mooswiese), wird eben gegossen, bis der richtige Ort gefunden ist.


Wir lieben die Art und Weise, wie unser Sohn dort seinen Tag erlebt.
Ja, die Waldkinder sind oft sehr schmutzig, aber sie haben neben dem Zugang zur Natur auch ein natürliches Gespür für ihren Körper, der vielen Kindern leider viel zu oft fehlt.

Deshalb war schon kurz nach der Geburt von Benjamin klar, dass auch er einmal in den Waldkindergarten gehen soll.

Leider haben wir Ende 2018 die Information von der Gemeinde erhalten, dass Benjamin keinen Platz bekommen wird. Wir sind nicht im Ort wohnhaft, die Kindergartenplätze knapp.

Also haben wir uns Gedanken gemacht, was wir tun könnten. Von „zu Hause lassen“, über „umziehen“ bis hin zu „dann machen wir das eben selber“ war alles dabei.

Letztendlich sind wir beim „selber machen“ hängen geblieben. Als ich etwas trotzig meinem Mann sagte, dass ich jetzt meinen eigenen Waldkindergarten aufmache, kamen keine ablehnenden Worte, sondern nur ein zustimmendes „mmmmmm, warum eigentlich nicht?“.
Das ist also der Anfang gewesen. Inzwischen hat sich einiges getan und wir sind tatsächlich dabei einen Waldkindergarten in unserer Gemeinde zu initiieren.

Nachdem die Gemeinde nicht vor Begeisterung in die Luft gesprungen ist und unser erst einmal vor allem los werden wollte, war klar, dass das kein Kinderspiel wird.
Gerade suchen wir vor allem Unterstützung. Keine finanzielle Unterstützung oder Unterstützung etwas zu spenden oder zu bauen, sondern moralische Unterstützung.
Wir suchen andere Familien in unserer Region, die ihre Kinder dieses oder nächstes Jahr auch in einen Waldkindergarten geben wollen.

Wenn ihr euch auch über Erdhügel im Auto, über selbstgemachte Lehmblumen oder über eine ausufernde Stocksammlung vor dem Haus freuen wollt, meldet euch bei mir 😊.

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