Emil im Schafspelz

Als ich unseren ersten Sohn bekam, habe ich schnell gemerkt, dass konventionelle Kleidung zu uns nicht passt. Angefangen hat das mit Baumwollbodys. Mein Sohn war und ist immer noch ein Heizofen, beim Stillen hat er in Sturzbächen geschwitzt. Blöd war, das Kind war immer sofort nass – im Winter nicht optimal. Ich fing also an, ihm Wolle/Seide Bodys anzuziehen und war begeistert. Aus dieser anfänglichen Begeisterung ist ein in Wolle, Seide und Walk gekleidetes Kind geworden. Inzwischen ist Emil fast vier und geht seit einem Jahr in den Waldkindergarten. Das heißt, er ist bei jedem Wetter draußen, auch als es letzten Winter -15 Grad hatte, waren die Kinder im Wald unterwegs. Als wir die Zusage für den Waldkindergarten bekamen, habe ich viel in Foren gelesen, was denn die beste und tauglichste Kleidung wäre. Teuer wird es in jedem Fall, das war klar. Nur konnte ich mich nicht so recht damit anfreunden, mein Kind in Plastik einzupacken. Denn die gängigen Outdoormarken verwenden hauptsächlich synthetische Materialien.

Ein Walkanzug ist für einen ganzen Tag im Wald eher unpraktisch, immerhin muss er auch im Winter draußen auf die Toilette gehen.

Wir haben uns dann letztendlich für Lodenkleidung entschieden, produziert von einer kleinen Manufaktur in Deutschland, aus Wolle von deutschen Schafen.
Die Kritiken derjenigen, die diese Klamotten für ihre Kinder haben, waren hervorragend. Wir haben also Emil eine Hose und eine Jacke gekauft.
Komisch war es schon, als ich ihn beim ersten Regen damit in den Wald gebracht habe. Als er wieder heim kam war er prompt umgezogen und hatte eine Matschhose an. Ich fragte nach, warum er umgezogen wurde (nass war die Hose von innen nicht). Die Antwort war einfach: die meisten Kinder waren nass, daher haben sie einfach alle umgezogen. Emil war aber trocken. Wunderbar. Die Lodensachen hatten also dem ersten Dauerregen standgehalten. Und so ging es das ganze Jahr über, Emil war es warm, er war trocken und auch der Wind hatte keine Chance sich zwischen die einzelnen Lagen zu schleichen. Und trotzdem war er nie feucht oder nass geschwitzt, da die Kleidung atmungsaktiv ist und die Feuchtigkeit vom Körper weg transportiert. Je nach Temperatur trägt Emil mehr oder weniger Schichten unter der Hose und der Jacke. Im Herbst reichen Wolle/Seide Hose und Hemd. Wenn es kühler wird, trägt er einen Wollpullover über dem Wolle/Seide Hemd (das ist immer die unterste Schicht). Wenn es richtig kalt wird kommt noch eine Schicht Wollfleece darüber. Alles sind natürliche Materialen ohne Giftstoffe und alle temperaturregulierend.
Jetzt muss ich nur noch für mich das passende Äquivalent finden.

Und wo bekommt man das jetzt her? Alles neu kaufen? Da hat man ganz schnell ein großes Loch im Geldbeutel.
Wir mieten die meiste Kleidung unserer Kinder bei Räubersachen  – dort bekommt ihr hochwertige Kleidung liebevoll aufbereitet und verschickt. Werden die Sachen zu klein, ist die Saison vorbei oder gefällt es eben doch nicht so, dann schickt man die Kleidung wieder zurück und zahlt nur für den Mietzeitraum. So umgehen wir auch ganz geschickt die Berge an getragener Kleidung auf dem Dachboden.
Benjamin kann die Sachen von Emil eh nicht auftragen, der ist im Verhältnis viel größer und breiter als sein Bruder.

Nur die Mützen sind alles Unikate made by Omi.

*Text enthält Werbung wegen Nennung und Verlinkung*

Ein Kommentar zu „Emil im Schafspelz

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